Respekt ist mehr als Toleranz
Beim Christopher Street Day in Koblenz setzte die AWO Rheinland ein Zeichen für Vielfalt und Menschlichkeit
Koblenz. Wie bereits im vergangenen Jahr war der AWO Bezirksverband Rheinland e. V. auch dieses Jahr Teil der Koblenzer Pride, die vom 13. bis 16. August unter dem Motto „Two Rivers, One Love“ stattfand. An den Infoständen von AWO und QueerNet Rheinland-Pfalz e. V. im Rahmen des Projekts Familienvielfalt konnten die Besucher*innen ins Gespräch kommen, sich beraten lassen und Aufklärungsmaterial mitnehmen. Bei süßem Popcorn und auf Wunsch einem bunten Henna-Tattoo der Bezirksjugendwerker*innen der AWO Rheinland gab es viele spannende und wertvolle Gespräche. Erstmals war die AWO mit einer Fußgruppe Teil der CSD-Demonstration. An der Demonstration nahmen laut Angaben der Stadt rund 7.000 Menschen teil, die sich für Menschenrechte einsetzten und so ein klares Zeichen gegen Rechtsextremismus, Hasskriminalität und Diskriminierung setzten.
Nicole Eberhard, die Gleichstellungsbeauftragte der AWO Rheinland, sagte in ihrem Redebeitrag auf der Politbühne am Koblenzer Münzplatz: „Die Ereignisse rund um den CSD in Berlin haben viele Menschen zutiefst erschüttert und zugleich gezeigt, wie wichtig es ist, gerade jetzt für Vielfalt und Menschlichkeit und gegen Hass einzustehen.“ „Der CSD steht für Sichtbarkeit. Er steht für den Mut, authentisch zu leben. Und er erinnert uns daran, dass viele Menschen jahrzehntelang für gleiche Rechte kämpfen mussten – und dass dieser Einsatz noch immer notwendig ist“, führte sie weiter aus. Gemeinsam mit Dr. André Latz, Personalentwickler der AWO und selbst queer, sowie Cynthia Garmijn, der Vorsitzenden des Bezirksjugendwerks, betonte sie, dass im Mittelpunkt der gemeinsamen Bemühungen der gegenseitige Respekt stehen sollte. Respekt bedeutet, einen Menschen bewusst wahrzunehmen, seine Würde zu achten und ihm mit Rücksicht zu begegnen. Respekt ist eine bewusste Entscheidung und mehr als Toleranz. Toleranz, vom Lateinischen „tolerare“ abgeleitet und wörtlich mit „erdulden“ oder „aushalten“ übersetzt, ist eine Grundvoraussetzung für eine offene Gesellschaft. Aber erst gepaart mit der bewussten Entscheidung, respektvoll miteinander umzugehen, fühlen sich Menschen gehört und gesehen – ohne sich verstellen zu müssen.
Der AWO Bezirksverband Rheinland e. V. steht für Freiheit, Gleichheit, Gerechtigkeit, Solidarität und Toleranz. Diese Werte sind nicht nur Worte. Sie werden täglich von den hauptamtlichen Mitarbeitenden in den Einrichtungen des Verbandes und von den Ehrenamtlichen gelebt. Haltung und Respekt sind nicht nur im persönlichen Miteinander, sondern auch im digitalen Raum gefragt. Die sozialen Medien bieten Chancen: Menschen können sich vernetzen, Erfahrungen teilen und sichtbar werden. Gleichzeitig erleben viele Menschen online Hass, Beleidigungen und Ausgrenzung. Gerade queere Menschen sowie Menschen, die sich für Vielfalt, Demokratie und Menschenrechte einsetzen, sind davon betroffen. Die AWO ruft dazu auf, sich damit nicht abzufinden, sondern zu widersprechen, wenn Hass verbreitet wird, die Betroffenen zu unterstützen und sich jeden Tag für Vielfalt und Menschlichkeit einzusetzen. Denn: „Wir sind viele und gemeinsam bewegen wir mehr!“
Gruppenbild AWO Rheinland / Fotografin: Anne Hertling


